Tracking-Schutz und das Recht, neugierig zu sein / Ein Kommentar von Nick Nguyen, Vice President, Product, Firefox

(SMM) In der analogen Welt kann uns niemand von der Stirn ablesen, wie wir heißen und wo wir herkommen. Das ist auch gut so, denn dadurch können wir uns unserer Privatsphäre sicher sein, während wir uns von unserer Neugier von einem interessanten Ort zum nächsten leiten lassen. Der Besitzer dieses einen Schuhgeschäfts, in das Sie zufällig hineingestolpert sind, weil Ihnen ein besonders schönes Paar Schuhe ins Auge gefallen ist, hat beispielsweise keine Ahnung, wer Sie sind oder wo Sie wohnen und weiß auch sonst nichts weiter über Sie.

Tracking-Schutz und das Recht, neugierig zu sein
Quelle: pixabay.com

Und allem voran – würde das Schuhgeschäft einen Mitarbeiter abstellen, um Ihnen nachzuspionieren,  wäre das nicht nur völlig impraktikabel – es würde von potenziellen Kunden auch nicht besonders positiv aufgenommen werden. In der digitalen Welt läuft es ein wenig anders. Nützliche Web-Technologien, die die von Ihnen besuchten Seiten bequem und leistungsstark machen, können genauso genutzt werden, um Sie zu verfolgen – wohin Sie auch gehen. Die gleichen unglaublichen Skaleneffekte, die es Milliarden von Menschen weltweit ermöglichen, in Verbindung zu bleiben, erlauben auch die Umsetzung kostengünstiger und leistungsfähiger Tracking-Methoden. Konkret bedeutet das: Der Gewinn aus dem Verkauf von einem Paar Schuhe gibt dem Online-Schuhgeschäft die Möglichkeit, Tausende von Menschen zu verfolgen – in der Hoffnung , sie dann zu Kunden zu machen.

Sie würden es vermutlich merken, wenn Ihnen ein völlig überlasteter Schuhfachverkäufer nachstellt, doch im Web erkennen Sie die meisten Arten der Aktivitätenverfolgung  eben nicht so einfach. Wir alle haben schon erlebt, dass Anzeigen uns auf scheinbar magische Weise zu folgen scheinen. Diese Praxis ist als „Retargeting“ bekannt und für Nutzer oft nervtötend. Meist bekommen wir vom Online-Tracking aber gar nichts mit, da unsere Aktivitäten im Web weitgehend unsichtbar verfolgt werden. Als wäre das nicht schon genug, werden diese gesammelten Daten mithilfe der so genannten „Cookie-Synchronisierung“ in Profilen zusammengetragen. Damit wird versucht, Ihre Gewohnheiten und Vorlieben vorherzusagen – in der Hoffnung, dass die darauf basierenden Anzeigen und Empfehlungen, die Sie erhalten, Ihr Kaufverhalten im Sinne des Händlers beeinflussen.

Manchmal können diese personalisierten Informationen natürlich auch hilfreich sein. Wenn Sie zum Beispiel die beliebtesten Accessoires für Ihr neues Smartphone angezeigt bekommen, kann Ihnen das durchaus die Kaufentscheidung erleichtern. Schwierig ist daran allerdings, dass niemand um Erlaubnis fragt. In der realen Welt können wir durch das Schaufenster schauen, bevor wir in ein Geschäft gehen und uns umsehen. Aber im Internet gibt es keine Möglichkeit, sich die Tracking-Methoden einer Webseite vor dem Besuch anzeigen zu lassen. Ohne, dass Sie es mitbekommen, werden Ihre persönlichen Daten und die Informationen über Ihren Besuch auf der Webseite zu einem Online-Profil zusammengestellt, das ohne Ihr Wissen an andere weitergegeben und verkauft werden kann.

Meine Schuh-Geschichte ist natürlich nur ein Beispiel.Tatsächlich wird häufig vergessen, dass Tracking auch die Möglichkeit der Nutzer beeinträchtigt, ganz neue Dinge im Web zu entdecken. Grund dafür sind wachsende “Filter Bubbles” und polarisierende Medien: Wenn alle Inhalte, für die Sie Empfehlungen erhalten, gedanklich gleich ausgerichtet sind, wie können Sie dann noch Dinge entdecken, die über Ihre politische Meinung hinausgehen?

Dabei haben Nutzer sehr wohl ein intuitives Verständnis dafür, dass Tracker und Anzeigen nervig sein können; immerhin geben 41% der deutschen Internetnutzer an (2017), einen Ad Blocker und andere technische Hilfsmittel zum Schutz vor Aktivitätenverfolgung im Web zu benutzen. Aber leisten Ad Blocker auch das, was die Nutzer erwarten?

In der Welt der Technik haben sich schon viele mit dieser Frage beschäftigt. Wenn die Unternehmen, die den Werbeblocker bereitstellen, zugleich die größten Werbenetzwerke der Welt betreiben – bieten sie dann wirklich die geeigneten Werkzeuge, um unauffällig neugierig zu sein?

Der Ansatz von Google Chrome blockiert nur besonders störende Anzeigen, tut jedoch nichts gegen unsichtbare Tracker oder Tracking-Anzeigen, die den Standards der “Better Ads Coalition” entsprechen, in der Facebook und Google wichtige Partner sind. Auch die “Intelligent Tracking Protection” von Apple bevorzugt Tracker auf Websites, die Nutzer mindestens einmal am Tag besuchen. Es überrascht kaum, dass Google und Facebook in diese Kategorie fallen.

Wenn Sie sich um Ihre Privatsphäre sorgen, aktivieren Sie doch einfach den Schutz vor Aktivitätenverfolgung und surfen Sie freier im Web, ohne von lästigen Trackern verfolgt zu werden – denn Sie nutzen einen Blocker, der von einer unabhängigen Organisation entwickelt wurde, die kein Werbenetzwerk betreibt.

Quelle: blog.mozilla.org

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